Mission Bachelor-Arbeit (Teil 2): Die Facebook-Counter-Revolution

7. Dezember 2011 § 3 Kommentare

…läuft. Wie man in diesem Zusammenhang zu sagen pflegt. Es könnte sicher besser laufen, aber Hauptsache ist wohl, dass es weiter geht und ich das Ziel nicht aus den Augen verliere. Mitten in der Nacht überfallen mich zwar schon mal die Gedanken, dass ich das alles niemals schaffen werde, aber insgesamt bin ich noch immer optimistisch, dass es eine gute Bachelorarbeit werden wird. Die Fragestellung nach dem realen Einfluss der neuen Medien auf den Arabischen Frühling fasziniert mich nach wie vor – wirklich ein Vorteil, wenn man sich so lange und so intensiv mit einem Thema auseinandersetzen soll.

Die große wissenschaftliche Problematik bei der Untersuchung der Inhalte von sozialen Netzwerken ist natürlich, dass man zwar jede Menge reliable Daten zusammensammeln kann, da diese in Nutzerstatistiken in der Regel automatisch erfasst werden; man sich aber zugleich nie über deren Validität sicher sein kann, da ja nicht alles, was man in einem sozialen Netzwerk über sich angibt auch der Wahrheit entspricht. Mit anderen Worten: Woher weiß ich, ob die ägyptische Bloggerin, der ich bei Twitter folge, tatsächlich bei diesen Demonstrationen dabei war oder ob sie nicht letztendlich nur von einem kreativen US-Amerikaner mit Langeweile erfunden wurde, wie es sich bei dem Blog „A Gay Girl in Damascus“ herausstellte.

Ein weiterer Aspekt, auf den ich während meiner Recherchen nun immer wieder stoße, ist die Tatsache, dass das Internet, natürlich nicht nur die Einflussmöglichkeiten der normalen Menschen auf der Straße erweitert, sondern auch den Diktatoren und Autokraten dieser Welt neue Instrumente zur Propaganda und Gehirnwäsche in die Hand gibt. Morozov schrieb wirft die berechtigte Frage auf, ob das Internet doch kein „Katalysator für sozialen Wandel“ ist, sondern viel mehr „der Kleber“, der autoritäre Regime vor dem Zerfall bewahrt. Als Beispiel bringt er unter anderem die chinesische ‚50 cent‘-Partei, deren ca. 280.000 Mitglieder für jeden regierungsfreundlichen Kommentar 50 Cent erhalten. Die gute Nachricht dabei: Die radikale Zensur scheint keine befriedigende Lösung zu sein. Ethan Zuckermann spricht in diesem Zusammenhang von der „Cute-Cat-Theory“. Diese handelt davon, dass diejenigen, die die Nutzung des Internets und insbesondere sozialer Netzwerke unterbinden, weniger den Regimegegnern, sondern vor allem all den normalen Menschen schaden, die auf Facebook einfach nur Bilder von süßen Katzen verbreiten wollen. Warum sind es eigentlich immer die Amerikaner, die so interessante Thesen in so treffende und leicht verständliche Bilder bringen?

Hier noch einmal ein Vortrag von Evgeny Morozov mit dem Titel „The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens“, der netterweise auch noch animiert wurde.

Den Anfang verpasst?

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