Alle Macht dem halben Volke

5. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Wahlzettel vom 4. September sind gezählt: Die SPD unter Ministerpräsident Sellering bleibt dementsprechend stärkste Kraft und kann sich nun aussuchen, ob sie lieber die große Koalition mit der CDU fortsetzen oder zur Zusammenarbeit mit der Linkspartei zurückkehren möchte. Erstmals im Schweriner Schloss vertreten sind nun die Grünen. Die FDP verpasst den Wiedereinzug. Mit dabei ist allerdings erneut die NPD.

Das Land hat gewählt. Nun ja, zumindest rund 51 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung, denn mehr Bürger Mecklenburg-Vorpommerns hatte es am 4. September nicht an die Wahlurnen gezogen. Doch diese knappe Hälfte der Menschen in MV hat sich klar für Ministerpräsident Erwin Sellering ausgesprochen, der sich bisher noch nicht dazu geäußert hat, ob er die Koalition mit der CDU fortführen will. Angesichts von Umfragen in der Bevölkerung scheint diese Option jedoch beliebter zu sein, als eine ebenfalls mögliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Für eine Regierungskoalition mit den Grünen reicht es nicht. Dennoch kann die Partei mit einem Stimmanteil von mehr als acht Prozent stolz auf ihr Ergebnis sein, denn nun sind sie in Mecklenburg-Vorpommern erstmals im Landtag und damit auch zum ersten Mal in allen Landesparlamenten der Bundesrepublik vertreten. Die FDP muss sich nach einem Rekord-Stimmverlust in die außerparlamentarische Opposition zurückziehen. Bedenklich ist es, dass die rechtsextreme NPD mehr als doppelt so viele Stimmen erhielt wie die Liberalen.

Nachwahl am 18. September und DVU-Skandal bei der Rügener CDU

Das endgültige Ergebnis wird jedoch erst zwei Wochen nach dem regulären Wahltermin feststehen. Denn durch den plötzlichen Tod des CDU-Direktkandidaten Udo Timm in einen Wahlkreis auf Rügen musste die dortige Wahl um 14 Tage verschoben werden. Furore gibt es nun auch um Timms Nachfolger Thomas Gens. Dieser soll früher in der DVU gewesen sein, wie der NDR berichtete. (Update vom 5. September: Thomas Gens wurde inzwischen aus dem CDU-Kreisverband ausgeschlossen. Quelle: OZ)

Der Blick nach Rostock

In Rostock gingen übrigens alle Direktmandate an die Sozialdemokraten. Interessant ist es auch das Ergebnis im Rostocker Wahlkreis III, also dem Kreis, der die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, das Hansaviertel, das Komponistenviertel, die Gartenstadt, die Südstadt und Biestow umfasst. In diesen Bezirken wohnt in Rostock auch der größte Anteil der insgesamt 15 000 Studierenden. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 59 Prozent konnten die Grünen hier 19 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Piratenpartei erzielte einen Achtungserfolg von 4,8 Prozent.

Und im restlichen Mecklenburg-Vorpommern?

Auch ein Blick über die Rostocker Grenzen hinweg lohnt sich. In vielen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern wurde nämlich nicht nur der Landtag, sondern hier wurden auch die neuen Landräte und Kreistage gewählt. Außerdem konnte über die Namen der neuen Landkreise, die nun nach der Kreisgebietsreform die größten der Bundesrepublik sind, abgestimmt werden. So wurden Nordvorpommern, Stralsund und Rügen beispielsweise zu „Vorpommern-Rügen“ zusammengefasst (und nicht zum „Ostseekreis Stralsund“, was ebenfalls als Name zur Abstimmung gestanden hatte).

(Alle Ergebnisse der Landtagswahl nach Wahlkreisen aufgeschlüsselt gibt es übrigens auf der Seite der Statistischen Landesamts. Die für diesen Artikel benutzten Daten stammen vom 5. September, 01:40 Uhr.)

Alle Abbildungen stammen von Elisabeth Woldt.

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